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Wie investiert man in Gold?

Wie investiert man in Gold?

Nicht nur Dagobert Duck hat ein Faible für Gold. Gold gehört schon seit Jahren zu einer der beliebtesten Anlageformen in Österreich und Deutschland. Aber wie investiert man eigentlich in Gold? In diesem Artikel erfährst du von den drei beliebtesten Möglichkeiten wie du in Gold investieren bzw. von der Goldpreisentwicklung profitieren kannst. Außerdem werden die Vor- und Nachteile der einzelnen Methoden genauer durchleuchtet.

1. Goldbarren und Goldmünzen

Ganz klassisch, Gold kann man physisch als Goldbarren und Goldmünzen kaufen.

Goldbarren haben gegenüber Münzen den Vorteil, dass der Preis pro Gramm günstiger ist. Bei Goldmünzen fallen zusätzlich Prägungskosten an. Egal ob Goldbarren oder Goldmünzen, es gilt die Regel: „Je größer die Stückelung, desto günstiger ist der Preis pro Gramm„. So kostet aktuell (Stand 15.6.2018) bei der Münze Österreich 1 kg Goldbarren 36.488,00 EUR (sprich 36,48 pro Gramm) und ein 1g Goldbarren hingegen 50,40 EUR.

Sind Goldbarren also besser als Münzen? Das kann man so nicht pauschalisieren. Goldbarren sind zwar günstiger, aber einen großen Goldbarren kann man nicht stückeln, um – wenn notwendig – Teile zu verkaufen.

Vorteile und Nachteile von physischem Gold

Viele Anleger schwören auf physisches Gold. Denn schließlich hat die Oma auch physisches Gold gekauft und ist so gut über die Runden gekommen. Ist wirklich nur Bares Wahres?

Na klar physisches Gold hat schon seine Vorzüge:

  • Keine Steuer auf den Gewinn nach einer Haltedauer von einem Jahr (in Deutschland und Österreich).
  • Goldbarren bzw. Goldmünzen sind etwas Handfestes. Im Gegensatz zu Goldzertifikaten kann der Wert des physischen Goldes in schweren Krisenzeiten nicht verfallen.

Den Vorteilen stehen folgende Nachteile gegenüber:

  • Wenn physisches Gold innerhalb eines Jahres verkauft wird, wird der Gewinn mit dem Einkommenssteuersatz besteuert. Dieser Einkommenssteuersatz ist meist höher als die KeST in Österreich oder die Abgeltungssteuer in Deutschland.
  • Unter dem Kopfpolster solltest du die Goldbarren auf keinen Fall lagern. Eine fachgerechte Lagerung in einem Tresor oder Bankschließfach ist leider mit zusätzlichen Kosten verbunden. Kleine Banksafes kann man ab 60 EUR im Jahr mieten. Der Inhalt wird mit einer Grundversicherung vor Einbruch versichert.
  • Die Differenz zwischen dem Ankaufspreis und dem Verkaufspreis (Spread) ist bei physischem Gold nicht gerade niedrig. Je kleiner die Stückelung desto höher ist der Spread. Der liegt je nach Stückelung zwischen 2-20%.

Wo kann man Goldbarren bzw. Goldmünzen kaufen?

Gold kann man bei Banken, Münzhändlern, Gold-und Silber Scheideanstalten und Onlinehändlern erwerben. Da die Preise zwischen den Händlern sich stark unterscheiden, lohnt es sich die Preise zu vergleichen. z.B über folgende Seiten www.goldpreis.at und www.gold.de.

2. Goldzertifikate

Um von der Goldpreisentwicklung profitieren zu können, können Anleger auch Goldzertifikate kaufen, die den Goldpreis nachbilden.

Ein Zertifikat ist ein Wertpapier, das meist von einer Bank ausgegeben wird. Der Käufer des Goldzertifikats ist nicht der Eigentümer des Goldes, sondern er beteiligt sich nur an der Wertentwicklung des Goldpreises. Die Bank verspricht dem Anleger am Ende der Laufzeit oder bei Verkauf des Zertifikats einen Betrag, der dem aktuellen Goldpreis entspricht, zurückzuzahlen.

Vorteile und Nachteile eines Goldzertifikates

  • Die Spesen für den Erwerb eines Goldzertifikates sind sehr niedrig. Bei einem Kauf oder Verkauf fallen bei einem Onlinebroker nur ein paar Euro Gebühren an.
  • Ebenso ist der Spread im Vergleich zu physischem Gold sehr gering  (deutlich unter 1%).
  • Über einen Onlinebroker wie z.B Flatex* fallen keine weiteren Haltekosten mehr an.
  •  Kauf und Verkauf kann man bequem von zuhause über die Börse oder direkt mit dem Emittenten abwickeln.
  • Da Gold in US Dollar gehandelt wird, sind Goldanleger in Europa ständig dem Währungsrisiko ausgesetzt. Wenn der Goldpreis steigt, aber der US Dollar fällt, kann es trotzdem passieren, dass der Goldanleger einen Verlust macht. Um dieses Währungsrisiko zu abzusichern gibt es währungsbesicherte Goldzertifikate. (Quanto Zertifikate) Für die Absicherung müssen Anleger aber zusätzlich eine Gebühr zahlen.
  • Goldzertifikat Besitzer sind dem Emittentenrisiko ausgesetzt. Sollte der Emittent, sprich die Bank, die das Zertifikat ausgegeben hat, zahlungsunfähig sein, ist das Zertifikat wertlos. Dieses Risiko ist nicht nur theoretisch. Als die US Investmentbank Lehmann Brothers 2008 infolge der Finanzkrise Insolvenz wurde, waren alle von Lehman Brothers ausgegebene Zertifikate über Nacht wertlos.
  • Da Zertifikate Wertpapiere sind, fallen beim Verkauf auf den Gewinn unabhängig von der Haltedauer Abgeltungssteuer bzw. KeST an.

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3. ETC-Exchange Traded Commodities

Alle guten Dinge sind drei. Über ETC (Exchange Traded Commodities -> börsengehandelte Rohstoffe) haben Anleger eine weitere Möglichkeit in Gold zu investieren. Im Vergleich zu ETFs sind ETCs kein Sondervermögen, sondern eine Sonderform von Zertifikaten. Im Fall einer Insolvenz des Emittenten ist der Anleger daher grundsätzlich nicht geschützt. Um das Emittenrisiko zu reduzieren, werden ETCs mit physischen Goldbeständen besichert. Im Falle einer Zahlungsunfähigkeit des Emittenten bekommen Anleger das hinterlegte Gold.

Besonderheiten von ETCs (anhand von EUWAX Gold II)

Im Gegensatz zu normalen Goldzertifikaten fallen bei ETCs grundsätzlich je nach Anbieter jährlich eine kleine Gebühr an. Mit der Gebühr wird die Lagerung des Goldes bzw. die Verwaltung finanziert. Es gibt aber auch Ausnahmen:

  • EUWAX Gold II ein ETC von der Boerse Stuttgart Securities GmbH (Tochter von der Börse Stuttgart) verrechnet beispielsweise keine jährliche Gebühr für Lagerung und Verwaltung.
  • Auch eine Auslieferung des Goldes (jederzeit auf Anfrage) ist innerhalb von Deutschland ab 100g oder einem Vielfachen davon (z.B 200g oder 300g etc.) kostenlos. Eine Auslieferung nach Österreich würde hingegen leider etwas kosten. ;-( Auf Finanzpolsters Anfrage hat die Boerse Stuttgart Securities GmbH mitgeteilt, dass eine Lieferung bis zu einem Warenwert von 25.000 EUR  nach Wien lediglich 40 EUR kostet.
  • Für den Käufer fallen lediglich die börsenüblichen Transaktionskosten an. Auch der Spread ist viel geringer als bei physischem Gold, allerdings höher als bei den meisten Goldzertifikaten. (Liegt zwischen 1-2%)
  • Kauf und Verkauf von EUWAX Gold II geht bequem von zuhause mit dem Broker über die Börse Stuttgart.
  • Bis zur Auslieferung (nur auf Anfrage) ist das Gold in einer deutschen Verwahrungsgesellschaft gelagert. Der Anleger muss sich daher nicht um die Lagerung des Goldes kümmern.
  • Da EUWAX Gold II mit 100% Gold besichert ist, fällt das Emittentenrisiko.
  • Die steuerliche Behandlung von ETC ist richtig spannend. Hier streiten noch Emittenten mit dem Finanzamt. Der Bundesfinanzhof in Deutschland hat 2015 entschieden, dass Xetra Gold (ein ETC von der Börse Deutschland) gesetzlich so zu bewerten ist wie der Kauf von physischem Gold. Sprich nach Einhaltung der Spekulationsfrist von einem Jahr ist der Gewinn steuerfrei. Ob die Rechtsprechung auch für EUWAX Gold II und andere ETC gilt, ist leider nicht ganz klar. Ebenso gibt es noch keine klare Rechtsprechung in Österreich. Am besten man fragt beim eigenen Broker und/oder Steuerberater nach. Im Worst Case ist die steuerliche Behandlung des Gewinns wie von einem Wertpapier zu behandeln. (Abgeltungssteuer bzw. KeST)

Just ETF hat mehrere ETCs genauer unter die Lupe genommen: hier findest du den Vergleich.

Fazit

Wie du siehst, gibt es viele Möglichkeiten in das gelbe Metall zu investieren oder an der Preisentwicklung des Goldes zu beteiligen. Alle drei Möglichkeiten haben sowohl ihre Vor- als auch Nachteile.

Es kommt auf deine Präferenzen an!!!

  1. Wenn dir Sicherheit am wichtigsten ist, dann ist vermutlich physisches Gold deine erste Wahl. Diese Sicherheit erkaufst du dir aber mit höheren Kosten. (Lagerkosten, höherer Spread)
  2. Wenn hingegen Kosten und Flexibilität für dich ausschlaggebend sind, ist ein Goldzertifikat viel geeigneter als so einen Goldklumpen. Du musst dir aber im Klaren sein, dass bei schweren Krisen der Emittent ausfallen kann und du nur noch ein wertloses Papier besitzt.
  3. Wenn dir sowohl Sicherheit als auch Kosten und Flexibilität ein wichtiges Anliegen ist, dann sind ETCs wie Euwaxx Gold II sicherlich eine gute Alternative. Die Kosten liegen meist zwischen Goldzertifikate und physisches Gold.

Finanzpolster findet eine Mischung aus physischen Gold und ETC wie EUWAX Gold II sehr spannend, um das Portfolio in schwierigeren Zeiten zu schützen. Der Kauf von unbesicherten Goldzertifikaten ist wirklich kostengünstig und sicherlich interessant für kurzfristige Spekulationen auf den Goldpreis, aber langfristig schwebt immer das Damoklesschwert des Emittentenrisikos über einem.

Wenn du dich für andere Anlageformen interessierst, dann lese Was ist eigentlich Crowdfunding?. P2P Kredite – Monatliche Zinsen ohne einen Finger zu rühren und Passives Investieren mit Exchange Traded Funds

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Bildnachweis: Global_Intergold | Unsplash

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