Gehört Gold in dein Portfolio?

Gehört Gold in dein Portfolio?

Immer wieder taucht die Frage auf, ob Gold ins Portfolio gehört. Insbesondere in den letzten Wochen ging es an den Börsen etwas turbulenter zu. Während die Aktienmärkte aufgrund der Coronakrise überwiegend stark gefallen sind, hat sich der Goldpreis nach ein paar schwachen Tagen wieder sehr schnell erholt. Gemessen in Euro hat Gold sogar das Allzeithoch erreicht. Ist Gold also ein gutes Investment und gehört es in dein Portfolio?

Schauen wir uns Gold etwas näher an.

Gold als Inflationsschutz?

In Gegensatz zu Geld ist Gold nur begrenzt verfügbar. Laut Berechnungen wurden seit Beginn der Zeit bis heute ungefähr 200.000 Tonnen Gold gefördert. Das klingt erst mal sehr viel. Wenn man diese Fördermenge in eine quadratische Box gießt, dann hat die Box nur eine Seitenkante von weniger als 22 Meter.

Das Argument der Goldanhänger ist, dass eine gute Tunika im alten Rom umgerechnet eine Unze Gold gekostet hat. Genauso viel kostet heutzutage ein guter maßgefertigter Anzug. Sprich Gold hat 2000 Jahre seinen Wert gehalten.

Obwohl diese Schlussfolgerung von Kritikern oft belächelt wird, kann sich der Goldpreis in den letzten Jahrzehnten dennoch sehen lassen. Nach Abzug der Inflation ist der Goldpreis in USD von 1900-2016 jährlich um 0,6% gestiegen. (Quelle: Gerd Kommer, Souverän investieren mit Indexfonds und ETFs).

Mehr zum Thema Inflation, kannst du hier lesen.

Gold als Krisenwährung?

In der Vergangenheit hat man öfters beobachten können, dass bei größeren Börsenturbulenzen der Goldpreis stabil geblieben ist oder sogar gestiegen ist. Zwar hat der Einbruch der Börse im März 2020 aufgrund der Coronakrise auch eine Verkaufspanik bei Gold ausgelöst, jedoch hat sich der Goldpreis sowohl in US-Dollar als auch in Euro wieder erholt. In Eurobasis ist der Goldpreis sogar auf ein Allzeithoch gestiegen. In Yen und Britischer Pfund hat Gold im Mai 2020 ebenso die alten Höchststände übertroffen.  Ein ähnliches Bild konnten wir in der letzten Finanzkrise 2008 beobachten. Auch damals fand der Goldpreis in US-Dollar innerhalb weniger Wochen den Boden und stieg danach kräftig an. Viele Studien zeigen außerdem, dass Gold das Gesamtrisiko eines Portfolios reduziert, da Gold eine niedrige Korrelation zu Aktien hat.

Investmentlegende und Milliardär Ray Dalio geht sogar davon aus, dass Gold das beste Investment dieses Jahrzehnt ist. Insbesondere die hohen Schuldenberge, regionale und internationale Konfliktfelder sowie die dauerhaften Niedrigzinsen treiben den Goldpreis immer mehr an.

Gold als gutes Investment?

Im Jahr 2019 ist der Goldpreis über 20% gestiegen. Auch die Entwicklung im Jahr 2020 kann sich sehen lassen. In den Jahren zuvor hat sich der Goldpreis allerdings nicht so prächtig entwickelt. Wie oben schon beschrieben hat Gold im Durchschnitt eine jährliche Rendite von 0.6% p.a nach Abzug der Inflation (1900-2016). Im gleichen Zeitraum erreichten Aktien eine Performance von 5.1% p.a und langfristige Staatsanleihen eine Entwicklung von 1,8% p.a nach Abzug der Inflation. (Quelle: Gerd Kommer, Souverän investieren mit Indexfonds und ETFs).

Im Gegensatz zu Aktien schüttet Gold auch keine Dividenden aus. Anleger machen nur einen Gewinn, wenn jemand anderer bereit ist für die gleiche Menge Gold einen höheren Preis zu zahlen. Goldinvestment ist daher eine reine Spekulation.

Außerdem ist die Lagerung von Gold nicht immer einfach und kann mit zusätzlichen Kosten verbunden sein.

Was mache ich als Kleinanleger?

Obwohl die Performance des Goldpreises in der Vergangenheit nicht so beeindruckend war, bin ich dennoch der Meinung, dass Gold – neben Aktien, ETFs und Anleihen – in ein gut diversifiziertes Portfolio gehört.

Gold ist wie eine Versicherung. Während Aktien, ETFs aber auch Anleihen während der Coronakrise zweistellig gefallen sind, hat Gold den Verlust meines Gesamtportfolios begrenzt.

Aber zu welchem Anteil sollte man Gold kaufen? Finanzberater empfehlen einen Anteil zwischen 5-15% des investierten Kapitals. Einen optimalen Anteil gibt es aber nicht, da es sehr stark von deinem Risikoprofil und deiner Weltanschauung abhängt. Wenn du der Meinung bist, dass den Notenbanken nicht zu trauen sind, der Euro oder gar die Europäische Union zusammenbrichen, dann wird dein Goldanteil vermutlich höher liegen. Ich blicke optimistisch in die Zukunft und schlafe daher auch mit einem niedrigeren Goldanteil sehr gut.

In welcher Form du Gold kaufen kannst und die damit verbundenden Vor- und Nachteile habe ich in diesem Artikel  beschrieben.

Was hältst du von Gold? Bist du der Meinung, dass Gold in jedes Portfolio gehört? Hinterlasse einen Kommentar.

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Bildnachweis: PublicDomainPictures | Pixabay

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Kommentare

  • Erstmal, super Artikel – richtig gut geschrieben und du hast die aus meiner Sicht wichtigsten Punkte zum Thema „Gold als Geldanlage“ gut erkannt.

    Ich persönlich betrachte Gold als eine Art Feuerversicherung. Brennt es an den Finanzmärkten, wenden sich Anleger dem Gold zu und der Preis steigt – wie bei einer Versicherung, die erst im Schadensfall auszahlt. Den Anteil im Portfolio würde ich nicht hoch halten, max. 5-10% als Absicherung.

    Am Ende des Tages ist der Preis nur abhängig von der Nachfrage und dem Angebot, was meist auf reiner Psychologie entsteht, da Gold an sich keine Wertschöpfung hat.

    Danke dir nochmal für den Artikel, freue mich auf mehr! 🙂

    Cheers,
    Carlos von Beyond Saving

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